Bezirksmuseum Währing

Museum des Monats

Projektarchiv seit 2002

 


Egon Friedell's letzte Wohnadresse: Gentzgasse 7, (Foto: 2004)



Die Klasse 4a mit ihrer Klassenlehrerin H. Eigelsreiter vor dem Jüdischen Museum der Stadt Wien (Foto: Caroline Koczan, 2003)


Vorderfront des Währinger Tempels in der Schopenhauerstraße, Jüdisches Museum Wien

 

 





Museum des Monats
Jänner 2005

Bezirksmuseum Währing
Währinger Straße 124
A-1180 Wien
T +43 1 476 34-18127
http://www.bezirksmuseum.at/waehring/

Die Idee zur Gründung eines Währinger Heimatmuseums geht auf die „Arbeitsgemeinschaft Währinger Heimatkunde“ zurück, die in den 1920er Jahren von einigen Lehrern ins Leben gerufen wurde. 1923 erschien der 1. Teil der Bezirksgeschichte „Währing – ein Heimatbuch des 18. Wiener Gemeindebezirkes“ im Selbstverlag der Arbeitsgemeinschaft (Teil 2 im Jahre 1924). Es behandelt die Geschichte der ehemaligen Dörfer Währing, Weinhaus, Gersthof, Pötzleinsdorf, Salmannsdorf und Neustift am Walde, die von 1890 bis 1938 den 18. Wiener Gemeindebezirk bildeten.
Bis das Heimatmuseum einen Standort gefunden hatte, vergingen einige Jahre. 1938 kam es zur Konstituierung eines Vereines für die Errichtung und Erhaltung eines Heimatmuseums in Währing, der im selben Jahr nach dem Anschluss wieder aufgelöst und nach dem Krieg 1948 neu gegründet wurde.
Durch den Einsatz des Senffabrikanten Hans Sartory konnte das Museum 1952 in einigen Räumen des Amtshauses wieder eröffnet werden. 1960, nach seinem Tod, wurde es neuerlich geschlossen. Erst 1965 gelang es einigen Bezirksräten der beiden großen Fraktionen den "Verein Währinger Bezirksmuseum" und das Bezirksmuseum zu reaktivieren und zwei Kustoden zu finden,
Dr. Helmut Fielhauer vom Universitätsinstitut für Volkskunde und
Dr. Gerhard Jagschitz vom Universitätsinstitut für Zeitgeschichte.
Bei der Wiedereröffnung des Bezirksmuseums im Amtshaus 1970 hatte der Verein 1200 Mitglieder (heute, 2004 / ca. 750 Mitglieder). Nach mehreren Wechseln wird das Museum heute ehrenamtlich von Paul Katt geleitet.

Eine der Aufgaben des Bezirksmuseums ist die Vermittlung von Geschichtsbewusstsein. Für Schulklassen werden Führungen angeboten und die Bezirksgeschichte ist in der Zeitschrift „Unser Währing“ dokumentiert.

Das jüdische Währing
Ausgangspunkt der aktuellen Ausstellung, die noch bis 30 Jänner 2005 zu sehen sein wird, waren die Ergebnisse eines Schulprojekts der 4. Klasse der Musikhauptschule Alseggerstraße. Mit "Spuren-Suche" wollten Mitglieder der Musikgruppe "gojim" den SchülerInnen die Möglichkeit geben, Geschichte direkt zu erleben und zu begreifen Im Rahmen von Workshops und Recherchensammelten die SchülerInnen Material über ihre Schule, ihren Bezirk und ihre unmittelbare Umgebung. Diese Ergebnisse wurden durch Beiträge von HistorikerInnen, Fotos, Berichte, Archiv-Materialien, Ton-Dokumente, Leihgaben des Jüdischen Museums Wien und vor allem durch ZeitzeugInnenberichte und - interviews ergänzt, die zum ersten Mal in dieser Form im Bezirksmuseum Währing als Dokumentation präsentiert werden.

An die 5000 jüdische Bürger und Bürgerinnen wohnten bis 1938 in Währing. Es gab es eine Reihe jüdischer Institutionen und mehrere bekannte Persönlichkeiten (Schnitzler, Kalman, Friedell) hatten hier ihren Wohnsitz. Auch Dr. Theodor Herzl wohnte von 1898 bis 1904 hier. Anlässlich seines 100. Todestages ist dem ehemaligen Währinger Bürger und Begründer des politischen Zionismus ein Sonderraum gewidmet.

Um auch Kindern den Zugang zur jüdischen Kultur und zur Bezirksgeschichte zu erleichtern, wurde eine "Häuserzeile" gestaltet, bei der Fenster und Türen geöffnet werden können, um zu sehen, wer in den Häusern wohnte. Kater Kasimir erzählt Geschichten zu den Häusern und ein Modell des Währinger Tempels birgt Geheimnisse, die durchaus gelüftet werden dürfen.
Spezielle Schulführungen werden außerdem von den Gestalterinnen der Ausstellung Birgit Hadler und Caroline Koczan geleitet.

Am Dienstag, 11. Jänner 2005, findet um 19.00 Uhr im Rahmen der Ausstellung unter dem Titel „East and West“ ein Konzert mit der Gruppe gojim statt: Klezmermusik und jiddische Lieder von Ost bis West; von Birobidjan bis Wien und New York sind im Festsaal des Bezirksamtes Währing (Martinstraße 100, A-1180 Wien) zu hören.

Öffnungszeiten
Mo (nur Werktage) 9.30 - 11.30 Uhr, Do 18.00 - 20.00 Uhr, So 10.00 - 12.00 Uhr. Während der Weihnachtsferien ( Mo 20. 12. 2004 bis Sa 8. 1. 2005) ist das Museum geschlossen!
Die Ausstellung "Jüdisches Währing" ist noch bis 30. Jänner 2005 während der normalen Öffnungszeiten zu besichtigen. Führungen außerhalb der Öffnungszeiten, insbesondere für Schulklassen nach Vereinbarung.
Eintritt frei!

Kontakt
ML Paul Katt
T +43 1 476 34-18127 oder +43 1 967 86 55
e paul.katt@chello.at

Mehr zu den Wiener Bezirksmuseen unter http://www.bezirksmuseum.at/portal/page.asp/index.htm